Dr. Renate Dieterich, neue Direktorin des regionalen DAAD Büros in Tunis

Der DAAD hat 2012 seine regionale Präsenz in Nordafrika mit einem regionalen DAAD Informationszentrum in Tunis verstärkt. Ab März 2019 wird eine neue Direktorin das Büro leiten. Mit diesem Porträt des Monats möchten wir Ihnen die neue Leiterin vorstellen.

Frau Dieterich, Sie werden ab März das Büro in Tunis leiten, was haben Sie vorher gemacht?

Seit 2007 bin ich als Referatsleiterin im DAAD beschäftigt, zunächst für die Region Nordafrika und Nahost, seit 2015 auch für Programme in Asien und Subsahara Afrika. Lag der Schwerpunkt meiner Arbeit in den ersten Jahren vor allem in der Stipendienarbeit, so stand in den letzten Jahren die Projektförderung im Mittelpunkt. So kenne ich die beiden Hauptsäulen der DAAD-Förderung sehr gut aus eigener Arbeitserfahrung. Gemeinsam mit meinem Team habe ich die Programme der Transformationspartnerschaft aufgebaut und war somit von Beginn an sehr eng mit den Aktivitäten des Büros in Tunis verbunden. So konnte ich die Entwicklung der akademischen Kooperation und das wachsende Interesse der deutschen und tunesischen Partner sehr gut verfolgen. In diesem Rahmen sind tolle Projekte entstanden, die durch kluge Planung auch über die reine Förderlaufzeit hinaus Wirkung entfalten. Durch die regionale Ausweitung der Aktivitäten des Büros konnten wir dann - bei aller Unterschiedlichkeit der Maghrebstaaten - interessante Verbindungen herstellen und Synergieeffekte schaffen.

Warum haben Sie Tunis als Entsendungsstandort ausgewählt?

Schon länger habe ich den Wunsch gehegt, die DAAD-Arbeit auch eine Zeit lang aus der Perspektive der Partnerländer wahrzunehmen. Mich begeistert die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Maghrebstaaten. Die Bevölkerung ist jung, die Universitätslandschaften sind sehr lebendig und wie überall auf der Welt stehen sie vor der Herausforderung, die akademische Ausbildung und Forschung an die sich rasant wandelnden Verhältnisse anzupassen. Die Digitalisierung ist nur eines der global diskutierten Themen in diesem Zusammenhang. Hier entstehen viele neue Chancen für die akademische Zusammenarbeit. Es ist mir ein Anliegen, an dieser Stelle meinen Teil beitragen zu können. Und nicht zuletzt rührt mein großes Interesse an der Region aus meinem eigenen Studium der Nahostwissenschaften an den Universitäten in Bonn und Amman.

Was nehmen Sie sich beruflich für die nächsten Jahre vor?

In der Hochschulbildung sind angesichts drängender wirtschaftlicher Fragen vor allem moderne Curricula, eine an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes angelehnte akademische Ausbildung und flexible Gestaltungsmöglichkeiten in Forschung und Lehre wichtige Parameter des Erfolgs. DAAD Programme bieten vielfältige Möglichkeiten der Kooperation und des Austauschs zu diesen und weiteren Themen: Wir bringen potenzielle Partner zusammen, ermöglichen Kontakt und Austausch und halten Informationen über die Wissenschafts- und Forschungslandschaft bereit, damit die Zusammenarbeit gelingen kann. Das in den vergangenen Jahren aufgebaute Netzwerk der DAAD-Arbeit in Tunesien ist stark und belastbar. Das haben wir vor allem unseren engagierten und zuverlässigen Partnern zu verdanken. Alumni sind wichtige Vermittler und eine Stütze der Hochschulzusammenarbeit. Alumni- und Vernetzungsarbeit sind daher neben den Informationsaufgaben die wichtigsten Bausteine der DAAD-Arbeit am Standort Tunis.

Tunesien, Algerien und Marokko habe ich bereits durch meine Dienstreisetätigkeit ein wenig kennen lernen dürfen. Die kommende Zeit wird mir noch viele weitere und tiefer gehende Einblicke in eine dynamische Region ermöglichen, um gemeinsam mit meinem erfahrenen Mitarbeiterinnenteam passgenaue Angebote für unsere akademischen Partner und solche die es werden wollen zu entwickeln. Darauf freue ich mich sehr!