Regierungsstipendiaten: Najrane Heni und Fares Ben Jazia

Von 18 Abiturienten, die im letzten Jahr ein Regierungsstipendium für ein komplettes Studium in Deutschland erhalten haben, hatten Najrane Heni und Fares Ben Jazia einen sehr guten Abiturdurchschnitt und alle Türen standen Ihnen offen. Sie erzählen die Erfahrung.

Porträt des Monats: Najrane Heni

Name: Najrane Heni
Alter: 19 Jahre alt
Wohnort in Deutschland: Hannover
Studienwunsch: Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart

Sie waren eine von 18 Abiturienten, die im letzten Jahr ein Regierungsstipendium für ein komplettes Studium in Deutschland erhalten haben. Sie hatten einen sehr guten Abiturdurchschnitt und alle Türen standen Ihnen offen. Warum haben Sie sich für Deutschland als Studienstandort entschieden?

Da ich von der modernen Technologie begeistert bin, wollte ich mein Studium im Bereich des Ingenieurwesens absolvieren und Deutschland war immer das attraktivste Ziel für mich. Dieses Land hat mich von jeher mit seinem ständigen technologischen Fortschritt beeindruckt, und die Chance, ein Stipendium von der tunesischen Regierung in Zusammenarbeit mit dem DAAD zu erhalten, war wirklich etwas Besonderes in meinem Leben.

Deutsche Hochschulen und Universitäten sind international ausgerichtet und die Kooperation mit Forschungsinstitutionen ist weltweit verbreitet. Es ist allgemein bekannt, dass Deutschland in Forschung, Wissenschaft und Lehre investiert. Darum bin ich mir sicher, dass ein Studium in Deutschland mir ermöglichen wird, meine beruflichen und akademischen Ziele zu erreichen.

Der gute Ruf deutscher Hochschulen war für mich ein wichtiges Kriterium, Deutschland als Studienstandort auszuwählen. Es gibt aber noch viele weitere Gründe, die mich zu dieser Entscheidung geführt haben. Zum Beispiel fasziniert mich, dass so viele wichtige Erfinder, Wissenschaftler, Künstler und Preisträger aus Deutschland kommen. Darum gilt das Land nicht umsonst als das „Land der Dichter und Denker“. Auch landschaftlich hat Deutschland viel zu bieten: Wälder, Berge und Flüsse… Es ist zudem interessant, dass in Deutschland viele internationale Studierende mit unterschiedlichen Kulturen zusammenleben. Ich wollte das alles erleben, und glücklicherweise kann ich nun meinen Traum verwirklichen!

Sie lernen nun seit einem Jahr Deutsch in Hannover. Was gefällt Ihnen dort besonders gut und was empfinden Sie als herausfordernd?

Rückblickend kann ich sagen, dass das Jahr in Deutschland auf der persönlichen, wie auch auf der akademischen Ebene bereichernd, spannend und sehr lehrreich war.

Zu Beginn wusste ich natürlich nicht, was mich genau erwarten wird. Ich habe vorab viel über Hannover gelesen und darum war ich sehr gespannt und neugierig, wie es sein wird, in dieser Stadt zu leben. Ich muss aber sagen, dass meine Erwartungen nach knapp einem Jahr sogar übertroffen worden sind!

Ordnung, Disziplin, Hilfsbereitschaft und Respekt sind nur einige Werte, die mir gefallen haben. Ich habe auch mit internationalen Studierenden kommunizieren und leben können, und ich erlebe Deutschland als ein weltoffenes und tolerantes Land.

Am schwierigsten fand ich es, zum ersten Mal allein zu leben. Es war jedoch auch spannend, diese Erfahrung zu machen, da ich die Gelegenheit hatte, mich selbst ein bisschen besser kennen lernen zu können und mich so auf das zukünftige studentische Leben vorzubereiten.

Was können Sie tunesischen Abiturienten empfehlen, die in Deutschland studieren möchten?

Zunächst finde ich es sehr wichtig, dass man sich vorab gut zum Thema Studieren und Leben in Deutschland informiert. Dafür ist der DAAD eine ausgezeichnete Anlaufstelle. Wenn man in Deutschland studieren möchte, muss man in der Lage sein, sich selbständig zu organisieren und rechtzeitig um alles zu kümmern. Man braucht den Mut sowie die Bereitschaft, immer weiterzumachen und neue Wege zu suchen. Zusammenfassend kann ich nur noch einmal betonen, dass Deutschland für mich ein ausgezeichneter Studienstandort ist, den ich jedem empfehlen kann.

Porträt des Monats: Fares Ben Jazia

Name:  Fares Ben Jazia
Alter: 20 Jahre alt
Wohnort in Deutschland: Heidelberg
Studienwunsch: Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Universität München (TUM)

 

 

Sie waren einer von 18 Abiturienten, die letztes Jahr ein Regierungsstipendium für ein komplettes Studium in Deutschland erhalten haben. Sie hatten einen sehr guten Abiturdurchschnitt und alle Türen standen Ihnen offen. Warum haben Sie sich für Deutschland als Studienstandort entschieden?

Als ich 18 Jahre alt war, konnte ich eine Woche in Deutschland verbringen. Ein privates Sprachinstitut hat mir damals ein Stipendium gegeben und so hatte ich die einmalige Gelegenheit Deutsch in Heidelberg zu lernen. Es war eine kurze, aber sehr intensive Zeit. Ich war sehr beeindruckt von Heidelberg und habe buchstäblich mein Herz dort verloren. Seit dieser Zeit träumte ich davon eines Tages in Deutschland studieren zu können.

Als ich 2018 mein Abitur mit sehr guten Noten bestanden habe, konnte ich zwar zwischen Frankreich und Deutschland wählen, meine Entscheidung ist mir aber nicht schwergefallen, ich habe mich natürlich für Deutschland entschieden, um meine Träume zu verwirklichen.

Für Deutschland spricht natürlich auch, dass die Lebensqualität dort sehr hoch ist, es sehr weit entwickelt ist und der Arbeitsmarkt viele Möglichkeiten bietet.

Sie lernen nun seit einem Jahr Deutsch in Heidelberg. Was gefällt Ihnen dort besonders gut und was empfinden Sie als herausfordernd?

Das Leben hier in Heidelberg gefällt mir sehr gut. Heidelberg ist eine sehr nette und schöne Stadt, obwohl sie ein bisschen klein ist. Ich habe nette Freunde kennengelernt und viel erlebt. Ich habe auch andere Städte besucht, wie Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe, Hamburg, Frankfurt a.M., Bremen, Köln, Düsseldorf usw. Ich lerne natürlich nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die Kultur und die Denkweise der Deutschen, um gut mit ihnen auszukommen.

Das Deutschlernen an sich ist eine Herausforderung. Die Sprache ist nicht einfach. Man muss Geduld haben und insbesondere in der Aussprache viel Zeit investieren. Auch neue Freundschaften zu knüpfen war und ist bis heute eine Herausforderung. Die Mentalität der Deutschen ist weniger gefühlsbetont als die der Tunesier. Im Zusammenleben ergeben sich daraus durchaus Probleme und Missverständnisse.

Was möchten Sie tunesischen Abiturienten empfehlen, die in Deutschland studieren möchten?

Das Leben in Deutschland ist sehr angenehm und schön, trotzdem sollte man sich verinnerlichen, dass ein Leben im Ausland immer herausfordernd ist: man wohnt weit weg von der Familie und zu Beginn ist alles anders und neu. Ich finde es daher umso wichtiger, fleißig zu lernen, sich dem Wettbewerb mit den Deutschen zu stellen und ein möglichst gutes Vorbild für andere Generationen zu sein.