Dr. Ahmed Bouhekka, DAAD Alumnus

Name: Dr. Ahmed Bouhekka
Algerische Hochschule: Centre Universitaire Ahmed Ben Yahia Al-Wancharissi de Tissemsilt
Forschungsschwerpunkt: Physik
DAAD Stipendium: Forschungsstipendium (bi-national betreute Promotionen), 01.12.2009-01.07.2011 an der Universität Heidelberg

Sie waren fast zwei Jahre in Deutschland im Rahmen Ihrer Doktorarbeit. Was war damals die herausforderndste Erfahrung und wie haben Sie diese Herausforderung bewältigt?

Ich habe schon immer davon geträumt etwas Besonderes in meiner akademischen Karriere zu machen! Schon als Student in Algerien habe ich viel über den DAAD und seine Förderprogramme gehört. Ich hatte die Möglichkeit, ein einmonatiges Praktikum (Ende 2007) an der Universität Neuenburg in der Schweiz zu absolvieren. Am Ende meines Aufenthalts teilte mir mein Schweizer Betreuer mit, dass er an die renommierte Universität Heidelberg wechseln werde und schnell kam die Idee auf, mich für ein DAAD-Stipendium zu bewerben. Vor Antritt meines DAAD Stipendiums wurde ich zu einem zweimonatigen Praktikum in Heidelberg eingeladen (März und April 2009), bei dem ich die Forschungsgruppe kennen lernen konnte. Gleichzeitig habe ich diese wunderschöne romantische Stadt entdeckt und in mein Herz geschlossen. Die Sprache war wahrscheinlich die herausforderndste Erfahrung in Deutschland.

Mit dem DAAD Stipendium geht ein viermonatiger Sprachkurs einher. Das Erlernen der deutschen Sprache war sehr schwierig für mich, allerdings ist es mir gelungen mich nach nur vier Monaten mit meinem Betreuer auf Deutsch zu unterhalten. Das hat ihn sehr positiv überrascht, was mir wiederum den Antrieb gab weiterzulernen. Ich lernte Deutsch und Englisch, arbeitete hart an meinem Forschungsprojekt, so dass kaum Zeit für andere Aktivitäten übrigblieb. Trotzdem habe ich meinen Aufenthalt in Heidelberg sehr genossen, da ich sehr viel gelernt habe.

Haben Sie ein Rezept gegen Heimweh?

Ich komme aus einem kleinen gebirgigen Dorf in Algerien und musste aufgrund der fehlenden Infrastruktur vom Grundschulalter fern von zu Hause leben. Dieser Zustand lehrte mich von klein auf unabhängig zu sein und mich allein auf meine Leistungen zu verlassen. Heimweh war somit kein neues Gefühl für mich. Trotzdem habe ich natürlich nach einer gewissen Zeit mein Heimatland vermisst. Ich habe Algerien einmal pro Jahr besucht, ansonsten war ich dank des Internets regelmäßig mit Familie und Freunden in regem Kontakt. Das hat natürlich Abhilfe geschaffen.

Was gehört unbedingt ins Gepäck, wenn man für einen längeren Studien- oder Forschungsaufenthalt nach Deutschland reist?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach die Anstrengung, der Wille und die Motivation. Wenn man in Deutschland erfolgreich zu sein möchte, muss man zunächst seine Sprache erlernen. Die schnelle Integration in das Arbeitsteam und dann in die Gesellschaft ist ein Schlüsselfaktor für diese Herausforderung. Ich habe dieses schöne Land der Ideen nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit verlassen, aber Deutschland im Allgemeinen und Heidelberg im Besonderen bleiben für immer in meinem Herzen! Ich möchte bei dieser Gelegenheit gerne dem DAAD und allen Mitarbeitern danken, die uns während des Aufenthalts immer gut begleitet haben. Ich bleibe dem DAAD und Deutschland treu, indem ich mein Bestes gebe, ein guter Botschafter zu sein- in Algerien und überall auf der Welt, wo ich sein werde.