Dr. Sana Amairi Pyka

Mit diesem Porträt des Monats stellen wir Ihnen eine tunesische Wissenschaftlerin vor, die an der Humboldt Universität zu Berlin im Bereich optische Metrologie forscht. Das grundständige Studium hat sie in Tunesien absolviert und ihren Master in Frankreich gemacht. Seit 2009 lebt und forscht Sana Amairi Pyka in Deutschland.

Sie forschen seit 5 Jahren an der Humboldt Universität Berlin. Wie kam es dazu, dass Sie Deutschland als Forschungsstandort ausgesucht haben?

Zunächst muss betont werden, dass Deutschland der wissenschaftlichen Forschung eine besondere Bedeutung beimisst und dass die Bundesregierung viel Geld in die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Einrichtung der besten wissenschaftlichen Labore der Welt investiert. Es gibt wissenschaftliche Mitarbeiter, die Hochschulen sind dezentral organisiert und damit eigenständig und außerdem haben zahlreiche Unternehmen in Deutschland eine Abteilung für Forschung und Entwicklung (F & E), die mit Universitäten und internationalen Forschungsinstituten zusammenarbeitet.

Im Juli 2009 habe ich mich entschieden, im Bereich der Metrologie der Quantenoptik zu promovieren. Ich traf Prof. E. M. Rasel, ein Pionier auf dem Gebiet der Quantenoptik an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität in Hannover, der mir die Stelle einer Gastforscherin in einem seiner Labore angeboten hat. Im März 2010 konnte ich mit meiner Promotion beginnen und war Teil der Gruppe von Prof. P.O. Schmidt im Bereich Optische Uhren bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), Braunschweig. 2014 promovierte ich in Physik und seitdem arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wie gelingt es Ihnen, den Kontakt zu den tunesischen Hochschulen zu halten?

Ich habe immer versucht, mit meinen tunesischen Kollegen in Kontakt zu bleiben, indem ich Konferenzen und internationale Veranstaltungen organisiert habe, um die tunesische Wissenschaftslandschaft international bekannt zu machen. Ein hervorragendes Format ist das Falling Walls Lab, das ich im September diesen Jahres zum zweiten Mal in Tunesien mit Unterstützung der lokalen Hochschulen organisiere. Mein Ziel ist dabei immer, die neuen Generationen tunesischer Studenten zu informieren und auszubilden, das Recht auf Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu zeigen und den Informationsaustausch zwischen Professoren und Studenten auf internationalem Niveau zu fördern.

Was können Sie maghrebinischen Wissenschaftlern empfehlen, die in Deutschland einen Forschungsaufenthalt planen?

Meinen maghrebinischen Kollegen, die einen Forschungsaufenthalt in Deutschland in Erwägung ziehen, rate ich dazu mit Nachdruck. Deutsche Institutionen geben allen eine Chance, die auf wissenschaftlicher, wirtschaftlicher oder sozialer Ebene etwas bewegen wollen. Sie finden günstige Bedingungen zum Lernen, zur Weiterentwicklung und letztlich damit zum Erfolg. Man sollte dabei aber immer auch an die Bedürfnisse des Landes denken, in dem man seine Ausbildung begonnen hat. Ich bin überzeugt, dass es Wettbewerbsfähigkeit nur geben kann, wenn man Wissen und Kompetenzen teilt. Deutschland unterstützt diesen bilateralen Austausch durch Programme verschiedener Förderorganisationen, insbesondere die des DAAD.