Studieren in Tunesien - Deutsche Studenten stellen sich vor

Der DAAD fördert jährlich weit über 100.000 deutsche und internationale Studierende und Wissenschaftler rund um den Globus – und ist damit die weltweit größte Förderorganisation seiner Art. Die Kampagne „studieren weltweit – ERLEBE ES!“ will deutsche Studierende zu einem Auslandsaufenthalt motivieren. Mit diesem Porträt stellen wir Ihnen zwei deutsche Studierende vor, die gerade einen Auslandsaufenthalt in Tunesien machen.

Porträt des Monats: Sabrina La Corte

Name: Sabrina La Corte
Geburtsjahr: 1997
Studienfach: Internationale Betriebswirtschaftslehre und Interkulturelle Studien
Tunesische HS: Tunis Business School (TBS)
Deutsche Hochschule: Hochschule Heilbronn

Sie sind zurzeit als Austauschstudentin an der Tunis Business School. Warum haben Sie sich für Tunesien als Studienstandort entschieden?

Tunesien hatte schon während einer Exkursion mit meiner Hochschule mein Interesse geweckt. Als die Zeit der Entscheidung für mein Auslandssemester kam, konnte ich mir gut vorstellen, nach Tunesien zu kommen und dort zu studieren. Die größte Motivation war aber der Wunsch die arabische Sprache und die Kultur besser kennenlernen zu dürfen.

Was erhoffen Sie sich von einem Austauschsemester im Ausland?

Erfahrungen im Ausland sind immer wertvoll. Durch mein Auslandssemester wollte ich nicht nur innerhalb meiner Komfortzone wohnen, sondern auch eine neue Kultur und neue Freunde kennenlernen. Von dieser Zeit erhoffe ich mir auch, in Schwierigkeiten gut zu Recht zu kommen (z.B. Sprachprobleme) und für meine Persönlichkeit hoffe ich, dass ich mich weiterentwickeln werde.

Sie studieren nun schon seit einigen Monaten an einer tunesischen Hochschule. Wie würden Sie das Studium in Deutschland im Vergleich zu Studieren in Tunesien beschreiben?

Das Studium an der TBS ist anspruchsvoller als in Deutschland. Die Flexibilität und Freiheit eines deutschen Studenten im Rahmen des Studiums sind hier in Tunesien schwierig vorstellbar. Während man in Deutschland selbst entscheiden kann, wann und was man belegen möchte, wird hier alles schon vorgegeben. Das lässt weniger Spielraum für jene Studenten, die noch an anderen Aktivitäten, außerhalb der Uni interessiert sind. Aus diesem Grunde ist aber das Sozialleben an der Uni aktiver als in Deutschland und viele Studenten engagieren sich, um interessante Veranstaltungen zu organisieren.

Porträt des Monats: Lucas Irmisch

Name: Lucas Irmisch
Geburtsdatum: 07.09.1995
Studienfach: International Business - Intercultural Studies
Deutsche Hochschule: Hochschule Heilbronn
Tunesische Gasthochschule: TBS - Tunis Business School
Hobbys: Kulturen und Länder entdecken, Interesse für Kunst und Antiquitäten, ins Kino gehen

Sie sind zurzeit als Austauschstudent an der Tunis Business School. Warum haben Sie sich für Tunesien als Studienstandort entschieden?

Tunesien ist meine erste nordafrikanische/arabische Destination. Ich habe mir überlegt, welchen Kulturraum ich gerne kennenlernen möchte und habe mich dann zwischen verschiedenen Partneruniversitäten der Hochschule Heilbronn für Tunesien entschieden. Mich hat vorwiegend der kulturelle Aspekt gereizt, kombiniert mit meinem sprachlichen Interesse an Arabisch.

Was erhoffen Sie sich von einem Austauschsemester im Ausland?

Ich erhoffe mir ein tieferes Verständnis der Kultur und der Menschen, viele schöne Begegnungen und reichhaltige Eindrücke und Erfahrungen. Die vergangenen Auslandsaufenthalte haben mich sehr bereichert und geprägt. Man erlebt viel und reift, erweitert seine Sichtweise auf die Welt und sich selbst. Ich kann einen solchen Aufenthalt, egal welcher Art, nur jedem ans Herz legen.

Sie studieren nun schon seit einigen Monaten an einer tunesischen Hochschule. Wie würden Sie das Studium in Deutschland im Vergleich zu Studieren in Tunesien beschreiben?

Rein akademisch gesehen ist in meinen Kursen alles etwas entspannter und nicht so durchorganisiert, manchmal aus deutscher Sicht chaotisch und ineffizient. Das hat sowohl eine positive als auch eine negative Seite, die mich zu Beginn gestresst hat. Ich musste mich erst anpassen und konnte in meiner Erwartungshaltung natürlich nicht die deutschen Strukturen über die tunesischen Verhältnisse stülpen. Ein solcher Austausch ist ja auch dazu da, sich neu aufzustellen. Die Anpassung ist mir nun sehr gut gelungen und alles läuft super, ich bin sehr zufrieden!