Mit diesem Porträt des Monats möchten wir Ihnen unser Stipendienprogramm „Forschungsaufenthalte“ vorstellen.

Der DAAD bietet promovierten WissenschaftlerInnen aus dem Maghreb die Möglichkeit, in Deutschland zu forschen und sich weiterzubilden. Ziel dieses Programms ist insbesondere die Förderung von kurzen Forschungsaufenthalten (bis zu 3 Monate) für den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit FachkollegInnen.

Wir stellen Ihnen nachfolgend drei maghrebinische Wissenschaftler vor, die im Sommer 2018 und 2019 ein Stipendium im Programm „Forschungsaufenthalte“ erhalten haben. Die Bewerbungsmodalitäten und -fristen können sich für das Jahr 2020 angesichts der aktuellen Umstände im Zusammenhang mit der COVId-19 Pandemie ändern. Bleiben Sie stets informiert und besuchen Sie uns auf unserer Webseite hier oder bei Facebook DAAD Tunisie, um mehr zu erfahren.

Porträt des Monats: Fares Tounsi

Name: Fares Tounsi

Fachbereich: Elektrotechnik

Herkunftshochschule: Nationale Ingenieurschule von Sfax - ENIS - Tunesien.

Gasthochschule: TU Ilmenau

 

Was ist Ihre prägendste Erinnerung an den Forschungsaufenthalt in Deutschland?

Meine prägendste Erinnerung während meines Forschungsaufenthaltes in Deutschland ist die Nüchternheit, Offenheit und Effizienz der Menschen in Deutschland. In der Tat bin ich in meiner Karriere viel gereist, und während dieser letzten Reise habe ich wirklich entdeckt, dass man gleichzeitig produktiv und sehr bescheiden und fleißig sein kann. Die Erinnerung, die mich am meisten geprägt hat, ist also mehr kultureller Art.

Wie hat der Aufenthalt in Deutschland Sie fachlich vorangebracht?

Während meines letzten Aufenthalts hatten wir die Gelegenheit, uns nach einer langen Bekanntschaft von 2-3 Jahren zum ersten Mal persönlich zu treffen. Dadurch konnten wir uns besser kennen lernen und ich hatte die Gelegenheit auch den Rest des Teams kennen zu lernen, was für beide Parteien eine große Freude war. Wir haben zwei verschiedene Projektvorschläge für Doktoranden besprochen und während meines Aufenthalts habe ich mit Unterstützung meines deutschen Professors ein Projekt eingereicht. Ich habe eine Doktorandin, die derzeit an der TU Ilmenau ist, sie forscht genau in dem Bereich, an dem ich während meines Aufenthalts gearbeitet habe. Ich durfte auch den Reinraum für die Mikroherstellung von integrierten Schaltkreisen besuchen. Gemeinsam haben wir eine Publikation vorbereitet, die unsere beiden Labore vereint und die im Dezember 2019 dann auch tatsächlich angenommen wurde. Zwar werden diese Aktivitäten vermutlich keine unmittelbaren Auswirkungen auf meine Karriere haben, aber ich hoffe, dass die Zukunft eine ergiebige Zusammenarbeit mit sich bringen wird, die im Interesse unserer beiden Forschungsteams steht.

Porträt des Monats: Mustapha Gorai

Name: Mustapha Gorai

Fachbereich: Physiologie und Pflanzenökologie

Universität in Tunesien: Universität Gabès

Gasthochschule in Deutschland: Universität Ulm

 

Wie war Ihr Eindruck von Ihrer deutschen Gasthochschule?

Meine deutsche Gasthochschule, die Universität Ulm, ist der perfekte Ort für interdisziplinäre Forschung, die von vergleichender Pflanzenanatomie über Pflanzensystematik bis hin zu Xylem Physiologie und Tropenökologie reicht. Ich bin meinem Betreuer wirklich dankbar, dass er mich in sein Labor aufgenommen hat. Die Ziele meines Forschungsaufenthaltes und die Erfahrung, in einer völlig anderen Kultur zu arbeiten, haben mich positiv beeinflusst. Mein berufliches Niveau als junger Forscher wurde verbessert und der Umfang meiner Fähigkeiten und die individuelle Qualität meiner zukünftigen Forscherkarriere erhöht.Die drei Monate als DAAD-Stipendiat gaben mir ein intensives und fruchtbares akademisches Wirken, das zu einer Arbeit führte, die ich bis heute für meine wertvollste halte. Ehrlich gesagt ist es ein unvergessliches Erlebnis!

Planen Sie weitere gemeinsame Projekte mit Ihren deutschen Partnern? Oder gibt es bereits ein Follow-up?

Ich pflege immer noch gute Beziehungen zu meinen Partnern in Ulm und anderswo in Deutschland. Ich möchte gerne darauf hinweisen, dass ich die Universität Ulm ein zweites Mal für einen kurzen Forschungsaufenthalt zum Entwerfen und Erlernen einer neuen Technik besucht habe. Vielen Dank an meinen Betreuer für die Bereitstellung eines Prototyps dieses neuen Geräts (PneumaTron). Tunesien ist eines von fünf Ländern der Welt, in denen dieser Prototyp verfügbar ist. In diesem Zusammenhang haben wir die Möglichkeiten des Studenten- und Doktorandenaustauschs sowie die Organisation von Sommerschulen durch unsere Institutionen diskutiert. Ein Forschungsprojekt wird darüber hinaus fertiggestellt und eingereicht.

Porträt des Monats: Izzeddine Zakarya Zerrouk

Name: Izzeddine Zakarya Zerrouk

Fachbereich: Pflanzenzüchtung

Hochschule in Algerien: Ecole Normale Supérieure de Constantine

Gasthochschule in Deutschland: Universität Bonn

 

Was empfehlen Sie anderen Wissenschaftlern aus dem Maghreb, die sich für dieses Stipendienprogramm bewerben möchten?

Forschern aus dem Maghreb, die sich für dieses Programm bewerben möchten, rate ich, einen überzeugenden Forschungsvorschlag zu erstellen, der aktuelle wissenschaftliche Kriterien und Herausforderungen erfüllt. Und habt Vertrauen in Eure eigenen Fähigkeiten sowie in die Urteilsfähigkeit der Auswahlkommission des DAAD!

Was würden Sie anders machen, wenn Sie sich erneut für ein DAAD Stipendium bewerben würden?

Wenn ich mich erneut für dieses Stipendienprogramm bewerben würde, würde ich versuchen, dass mein Aufenthalt im deutschen Forschungsinstitut mit den Tagen der offenen Tür zusammenfällt, die deutsche Universitäten regelmäßig organisieren, um mehr Wissensaustausch zu ermöglichen.

Nähere Informationen zu den Stipendienprogrammen des DAAD:

www.funding-guide.de