Die nahe Amman gelegene Deutsch-Jordanische Universität (GJU) ist eine staatliche jordanische Hochschule, die sich am deutschen Fachhochschulmodell orientiert. Hier wird besonders viel Wert auf einen Praxisbezug in der akademischen Ausbildung gelegt. Ein großes Netzwerk an deutschen Partnerhochschulen ermöglicht einen intensiven Austausch mit Deutschland.

Alle Studierenden der Universität haben die Möglichkeit, ein Semester an einer der deutschen  Partnerhochschule zu verbringen. Der DAAD unterstützt die GJU mit unterschiedlichen Förderinstrumenten.

Um qualifizierte Deutschlehrende auszubilden, bietet die GJU einen Masterstudiengang Deutsch als Fremdsprache mit integriertem Deutschlandsemester an. Auch Deutschstudierende aus dem Maghreb können sich um ein Stipendium für diesen Studiengang bewerben. Mit zweien von ihnen haben wir gesprochen und sie gefragt, was das Studium an der GJU für sie bedeutet, mit Nassim Acher (Links) aus Algerien und Abderrazak Dhibi (Rechts) aus Tunesien.

 

1. Wie verläuft ein typischer Tag an der GJU?

Nassim: Ich wohne etwas weiter weg von meiner Universität, deshalb muss ich jeden Tag spätestens um 06.00h aufstehen, um dann um 06.30h an der Bushaltestelle zu sein. Im Bus kann ich dann ein bisschen schlafen oder mich auf den Unterricht vorbereiten. Wenn wir ankommen, gibt es erst mal den obligatorischen Gang in die Cafeteria, wo ich meine Freunde treffe und dann geht es direkt in unseren Seminarraum.

Abderrazak: Hier in Amman ist unser Stundenplan sehr dicht, weil wir viele Themen haben, die bis zum Ende des Semesters bearbeitet werden müssen. Der Unterricht findet täglich von 8 bis 14 Uhr statt.  Das war besonders zu Beginn sehr anstrengend, zumal auch die Fächer anders als in unseren Heimatländern sind.

2. Wie gefällt Ihnen das Studium im Vergleich zu Ihrer Heimatuniversität?

Abderrazak: Alle Fächer, die an der GJU unterrichtet werden, haben stets einen Fokus auf der Didaktik. Das hat mich besonders beeindruckt. Wir beschäftigen uns aber auch immer mit der Frage, wie wir unseren zukünftigen Studierenden Informationen vermitteln können. Im Vergleich zu meiner Heimatuniversität ist der Unterricht an der GJU sehr abwechslungsreich, denn die Dozenten verwenden viele verschiedene Methoden. Das habe ich leider an meiner Heimatuniversität so nicht erlebt.

Nassim: Ich denke, die Deutsch-Jordanische Universität ist eine der besten Hochschulen im Nahen Osten. Man kann zudem sehr einfach neue Kontakte mit anderen Studenten knüpfen. Was mir persönlich geholfen hat, sind die Präsentationen und Vorträge, die man vor Publikum (Studenten) halten muss. Früher hatte ich furchtbare Angst, aber jetzt kann ich sagen, dass ich dadurch Vieles gelernt habe. Alle Studenten werden finanziell vom DAAD mit einem Stipendium unterstützt und das finde ich eine gute Sache, denn das Leben hier ist sehr teuer.

3. Sie leben nun seit einigen Monaten in Amman. Was ist die größte Herausforderung?

Abderrazak: Die größte Herausforderung in Amman war für mich der Umgang mit den Blockseminaren, die von deutschen Dozenten geleitet werden. In diesen Seminaren studieren wir nur 3 bis 4 Wochen und jede Woche mit einer bestimmten Lehrkraft.

Nassim: Die größte Herausforderung für mich war die Kommunikation mit den Einheimischen. Jordanisches Arabisch ist komplett anders als Algerisch. Ich musste lernen, auf das Französische zu verzichten, damit mein Gegenüber mich versteht. Das war gar nicht einfach. Probleme hatte ich auch mit dem Essen. Ich habe aber dann gelernt zu kochen.

4. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nassim: Es ist sehr gut möglich, hier an der Deutsch-Jordanischen Universität im Sprachenzentrum zu arbeiten. Und wenn ich diese Gelegenheit nicht bekomme, dann ist die deutsche Sprache immer mein Handwerkszeug, um auch in anderen Bereichen arbeiten zu können.

Abderrazak: Ich wollte früher nie Lehrer werden, da ich leider keine guten Vorbilder hatte. Seitdem ich aber in Amman studiere, habe ich meine Meinung geändert. Ich habe gelernt, dass es viele verschiedene Methoden gibt, den Studierenden beim Lernen helfen können. Und ich habe nie gedacht, dass genau diese Methoden die Atmosphäre des Lernens so verändern können. In fünf Jahren sehe ich mich als eine Lehrkraft in einer Universität, nachdem ich meine Doktorarbeit beendet habe. Da ich mich schon immer für das Dolmetschen interessiert habe, möchte ich vielleicht auch Dolmetschen studieren.

Sie haben Interesse am Aufbaustudium Master DaF an der Deutsch-Jordanischen Universität? Dann bewerben Sie sich bis zum 01.08.2020.

Download: Master DaF (pdf, 129,44 KB) Download: Bewerbungsformular GJU (doc, 33,50 KB)