Auch in diesem Jahr bietet der DAAD das Stipendienprogramm „Forschungsstipendien“ für maghrebinische Nachwuchswissenschaftler an, die die Forschungsarbeit für ihre Doktorarbeit oder Teile dieser Arbeit in Deutschland durchführen wollen. Bewerbungsschluss ist dieses Jahr der 31.08.2020.

In diesem Monat stellen wir Ihnen eine tunesische Forscherin vor, die sich letztes Jahr erfolgreich für dieses Programm beworben hat.

Nähere Informationen und wichtige Bewerbungshinweise finden Sie auf unserer Webseite oder auf der DAAD Stipendiendatenbank: www.funding-guide.de

Name: Nesrine Jaziri

Fachbereich: Elektrotechnik

Hochschule in Tunesien: Ecole Nationale d’Ingénieurs de Sousse (ENISo)

Gasthochschule in Deutschland: Technische Universität Ilmenau

 

Nesrine, Sie wurden letztes Jahr für ein DAAD Stipendium nominiert, um Ihre Doktorarbeit in Deutschland zu machen.

  1. Haben Sie ein Geheimrezept für eine erfolgreiche Bewerbung beim DAAD?

Um Fehler bei der Stipendienbewerbung zu vermeiden, sollte die Stipendienausschreibung ausführlich gelesen werden. Es ist wichtig, alle Kriterien zu erfüllen, die für eine erfolgreiche Bewerbung erforderlich sind. Die Bewerbung sollte im Vorfeld gut geplant werden und es ist unabdingbar sich ausreichend Zeit zu nehmen, um die geforderten Dokumente richtig vorzubereiten. Zusätzliche Unterlagen, die die Bewerbung fördern können, sollten ebenfalls beigefügt werden. Es ist zudem sehr wichtig, den Arbeitsplan mit dem Betreuer genau zu besprechen. Sicherlich entstehen beim Bewerbungsprozess viele Fragen, deshalb sind die DAAD Online-Seminare eine hervorragende Möglichkeit sich umfassend zu informieren und den Überblick zu behalten. Für mich persönlich waren diese Seminare ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Die Professionalität des DAAD Teams Tunis war somit Teil meiner erfolgreichen Bewerbung.

  1. Wie haben Sie Deutschland und Ihre Forschungsarbeit während der Pandemie erlebt?

Ehrlich gesagt hat mich Deutschland schwer beeindruckt, was den Umgang mit der Pandemie angeht. Wir haben mit dieser Situation gelebt, gestresst waren wir jedoch nicht. Jeder hat auf sich selbst und seine Mitmenschen geachtet. Jeder hat für sich Verantwortung übernommen, und so habe ich zum Beispiel keinen Verstoß gegen die Einschränkungsgebote feststellen können. Mir ist die Professionalität der deutschen Verwaltung in dieser Krise besonders aufgefallen.  Man findet zu 100% Hilfe und Verständnis, was mich darin bestärkt hat, dieses Land zu lieben und zu respektieren. Die Pandemie hat mich mental aber insofern beeinträchtigt, als dass ich in der Zeit der Krise eigentlich nach Tunesien hätte zurückkehren sollen, die Grenzen aber geschlossen waren. In dieser Situation arbeitete ich jedoch weiter in Deutschland an meiner Doktorarbeit und setzte meine praktische Arbeit fort. Meine Betreuer und Kollegen haben mich dabei immer unterstützt und ermutigt.

  1. Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

In 10 Jahren werde ich promoviert sein und an einer Hochschule lehren. Mein Ziel ist es auch, zahlreiche internationale Kooperationen anzustoßen, damit meine Studierenden die gleichen Austauschmöglichkeiten erhalten wie ich. Denn genau dieser Austausch hat mein Studium, meine Karriere, mein Wissen und meine Persönlichkeit enorm vorangebracht.

Außerdem kann ich es kaum erwarten, Mitglied eines Redaktionsausschusses für eine wissenschaftliche Zeitschrift zu werden. Das interessiert mich sehr, da ich bereits zahlreiche Einladungen zur Überprüfung von Zeitschriftenartikeln von vielen renommierten Zeitschriften erhalten habe.

Abschließend möchte ich dem gesamten DAAD-Team für diese Gelegenheit danken und jeden Studierenden ausdrücklich ermutigen, sich für dieses Stipendium zu bewerben. Darüber hinaus glaube ich, dass dieses Stipendium nicht nur dazu dient, zu nehmen, sondern auch zu geben, zum Beispiel das eigene Land zu repräsentieren und für die Zusammenarbeit zwischen Tunesien und Deutschland zu werben. Es ist die Verantwortung eines jeden Stipendiaten genau dafür zu sorgen.