Prof. Abdelhadi Soudi hat als einer von sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Afrika gemeinsam mit seiner deutschen Partnerhochschule den Deutsch-Afrikanischen Innovationsförderpreis erhalten.

Mit dem Preis würdigt das BMBF herausragende Forschende aus Afrika, die auf Grundlage ihrer bereits erbrachten Forschungsleistungen innovative Lösungen entwickeln, die an die Bedürfnisse des afrikanischen Kontinents angepasst sind und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Deutsch-afrikanische Partnerschaften stellen dabei einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. In den innovativen Projekten werden nachhaltige Lösungen in diversen Bereichen entwickelt.

Name: Prof. Abdelhadi Soudi

Hochschule: Ecole Nationale Supérieures des Mines de Rabat

Forschungsbereich: Automatische Verarbeitung natürlicher Sprachen, Computer-Linguistik

Besondere Interessen:  Trio: Menschen, Sprachen und Maschinen

  1. Prof. Soudi, zunächst herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung! Können Sie für unsere Leserschaft in möglichst einfachen Worten Ihr Forschungsgebiet mit der Universität Siegen darlegen?

Unser Forschungsprojekt AfricaSign zielt darauf ab, Antworten auf grundlegende technische und sprachliche Forschungsfragen zu afrikanischen Gebärdensprachen und ihrer Typologie im Allgemeinen zu geben. Durch die Entwicklung und Erstellung einer neuen partizipativen Web-Software sollen die lexikalischen Datenbanken eingerichtet werden, die in diesem Bereich noch immer in Kinderschuhen stecken. AfricaSign bietet seinen Nutzerinnen und Nutzern eine Vielzahl intelligenter Eingabemethoden und -werkzeuge an (Animation mit Avatar, Herunterladen und Aufzeichnen von Zeichen im Videoformat). Es wurde entwickelt, um unterschiedliche Variationen jeder Gebärdensprache zu berücksichtigen. AfricaSign verwendet Avatar-Technologien, um Zeichen zu formen und zu visualisieren. Die Ergebnisse sollen primär in Schulen angewendet werden. Doch auch Anwendungen darüber hinaus sind denkbar: Mit AfricaSign sollen Menschen mit Höreinschränkungen einen besseren Zugang zu Informationen erhalten. AfricaSign kann in jeder Art von Unterrichtsumgebung verwendet werden, einschließlich Zeichen, die sich speziell auf MINT-Inhalte beziehen. Sie erleichtern Menschen mit Höreinschränkungen aber auch wichtige Interaktionen im öffentlichen Leben, wie z. B. an Bahn- und Bushaltestellen, bei Postämtern und Banken, in der Verwaltung usw.

  1. Was bedeutet dieser Preis für Sie - persönlich wie auch beruflich?

Die Auszeichnung mit dem Deutsch-Afrikanischen Preis für Innovationsförderung ist für mich eine große Ehre und eine sehr wichtige Anerkennung. Es handelt sich vor allem um die Anerkennung der Forschungsarbeit, die ich mit meinen deutschen Kollegen im Forschungslabor Ubiquitous Computing der Universität Siegen geleistet habe. Diese Auszeichnung ist auch Motivation für weitere umfängliche und präzise Untersuchungen mit dem Ziel, an die spezifischen Bedürfnisse angepasste und sowohl der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch der Gesellschaft dienende Ergebnisse zu gewinnen.

  1. Wir wagen einen Blick in die Zukunft: Wird sich die Zusammenarbeit mit Ihrer deutschen Partnerhochschule angesichts der aktuellen Pandemie verändern? Können Sie eine Einschätzung dazu geben?

Die Pandemie hat auch uns davon abgehalten, persönlich und face-to-face  zusammen arbeiten zu können. Wie in anderen Bereichen der Zusammenarbeit wird unsere Forschungsagenda jedoch durch regelmäßige virtuelle Treffen fortgesetzt, bis diese Pandemie überwunden ist. Jedoch kann das Virtuelle die Erfahrung nicht ersetzen, vor Ort zu arbeiten und sich persönlich zu treffen. Organisationen wie der DAAD und die Alexander von Humboldt-Stiftung haben dafür großes Verständnis. Wissenschaft ist ein globales Unterfangen und daher rührt die besondere Bedeutung der internationalen Kooperation in der Forschung.

Nähere Informationen zum Deutsch-Afrikanischen Innovationsförderpreis finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.kooperation-international.de/aktuelles/nachrichten/detail/info/ausgezeichnete-deutsch-afrikanische-innovationsprojekte-starten/