Dr. Salma Halioui ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU CS) und Koordinatorin des DAAD geförderten Projekts “Establishment of a long-term cooperation in the field of heritage management and sustainable tourism”.

Name:  Dr. Salma Halioui

Fachbereich: Expertin für nachhaltige Entwicklung und nationale Planung

Heimathochschule: Institut des Hautes Études Commerciales de Sousse

Hochschule in Deutschland: Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

 

1. Sie haben in Deutschland erfolgreich promoviert. Warum haben Sie Deutschland ausgewählt und wie haben Sie Ihren Aufenthalt in Cottbus finanziert?

Ich habe mich für die Promotion in Deutschland entschieden, weil deutsche Hochschulen einen ausgezeichneten Ruf haben, was die wissenschaftliche Forschung angeht. Die Promotion an einer deutschen Universität wird von Arbeitgebern auf der ganzen Welt hochgeschätzt.

Deutsche Universitäten und Forschungsinstitute bieten internationalen Forschern hervorragende Möglichkeiten. Ich hatte das Glück, ein Stipendium der Graduiertenförderungsverordnung des Landes Brandenburg (GradV) zur Finanzierung meiner Promotion erhalten zu haben.

Deutschland bietet im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einen hohen Lebensstandard bei relativ niedrigen Kosten. Zudem ist Deutschland für seine kulturelle Vielfalt und Unterhaltungsmöglichkeiten bekannt. Das Leben in Deutschland ist eine ideale Gelegenheit, die Kultur zu erleben, aber auch in Nachbarländer zu reisen.

2. Wo liegt Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt und wie gelingt es Ihnen den Kontakt zu Hochschulen Ihrer Heimat aufrecht zu erhalten?

Durch meine Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften am Institut des Hautes Études Commerciales in Sousse und meine Promotion in Umweltplanung konnte ich mich auf den Bereich nachhaltige Entwicklung und strategische Planung spezialisieren.

Ich versuche, eine positive Wirkung zu erzielen, die zu Wohlstand und Fortschritt in meinem Heimatland führen kann. Als Akademikerin möchte ich die Hochschulbildung in Tunesien modernisieren und verbessern und zur Internationalisierung der tunesischen Universitäten beitragen. Aus diesem Grund habe ich 2019 mit Hilfe von Professor Michael Schmidt ein DAAD-Projekt initiiert, um eine langfristige akademische und kulturelle Zusammenarbeit zwischen der BTU CS und der Universität Carthage aufzubauen.

Dieses Projekt zielt darauf ab, den kulturellen Austausch zwischen den beiden Partneruniversitäten zu fördern, die akademische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, zur Modernisierung der Universität Carthage beizutragen und das Ansehen tunesischer Universitäten weltweit zu steigern.

Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partneruniversitäten stärken und planen die Etablierung eines dualen Masterprogramms im Bereich Heritage Management und nachhaltiger Tourismus.

3. Wie geht es Ihnen in Deutschland während der Corona-Krise?

Die Pandemie hat das Leben der Menschen auf der ganzen Welt radikal verändert und das gesellschaftliche Leben tiefgreifend beeinflusst. Lockdown und soziale Distanz haben den Kontakt zu anderen Menschen verringert. Zwischenmenschliche Beziehungen sind nicht mehr so, wie sie mal waren.

Seit der Pandemie habe ich aufgrund der Reisebeschränkungen und des hohen Kontaminationsrisikos während einer Reise meine Familie in Tunesien nicht mehr besucht.

Darüber hinaus haben die neuen Regeln meine Lebensweise verändert. Ich kann nicht mehr ins Fitnessstudio gehen, treffe selten meine Freunde und verbringe den ganzen Tag zu Hause, da ich seit Beginn der Pandemie im Home-Office arbeite. Ich hoffe, dass sich die Situation mit dem Impfstoff verbessern wird.

Im DAAD-Projekt war im Vorjahr keine Mobilität möglich. Das Austauschsemester fand daher im vergangenen Studienjahr nicht statt. Es ist uns jedoch gelungen, die anderen Aktivitäten des Projekts online durchzuführen, wie zum Beispiel das board meeting, Workshops und Treffen mit Partnern. Für dieses akademische Jahr planen wir ein virtuelles Austauschsemester. Daher werden wir für unsere tunesischen Partner online Fortbildungen anbieten, um die Kompetenzen eines innovativen pädagogischen Ansatz in der digitalen Bildung weiterzuentwickeln.