Name: Hamza Mohamed Muftah

Hochschule: Sabratha Higher Institute for Science and Technology

Fachbereich: Bildungswesen (Englisch als Fremdsprache)

Besondere Interessen: Lehrerausbildung, Pädagogische Psychologie, soziales Unternehmertum, internationale Zusammenarbeit in Bildung und digitaler Kompetenz

Hamza Muftah gehört zu denjenigen libyschen Hochschulpartnern, die gemeinsam mit einer deutschen Partnerhochschule erfolgreich einen DAAD Antrag im Programm „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften“ eingereicht haben.

Im nachfolgenden Interview erfahren wir mehr über seine Aktivitäten mit deutschen Hochschulen.

  1. Herr Muftah, Sie arbeiten nun seit mehreren Jahren erfolgreich mit deutschen Kolleg*innen zusammen. Wie erleben Sie diese Partnerschaft?

Ich arbeite seit ungefähr fünf Jahren mit deutschen Experten, Universitäten und Stiftungen zusammen. In dieser Zeit habe ich viele Projekte und Workshops koordiniert, die vom DAAD, der Hanns Seidel Stiftung und der GIZ in Bereichen wie didaktischer Unterricht, Unternehmertum, Ingenieurwesen, Geografie, Bildende Kunst und Digitalisierung finanziert wurden. All diesen Projekten ist es gelungen, den Weg für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen libyschen und deutschen Universitäten zu ebnen.

Durch diese gemeinsame Arbeit und produktive Zusammenarbeit ist es uns gelungen, Experten deutscher Hochschulen (wie die Universität zu Köln, die Technische Hochschule Köln, die Universität Leipzig, die Universität Gießen oder die Europäische Fachhochschule) und Akademiker libyscher Universitäten zusammen zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, eine nachhaltige Partnerschaft aufzubauen. Darüber hinaus haben wir als Reaktion auf die beispiellosen Probleme, die im Zusammenhang mit Covid-19 aufgetaucht sind, eine neue Partnerschaft zwischen fünf libyschen Universitäten, einem tunesischen Universitätspartner und zwei deutschen Hochschulen schließen können.

Durch diese Kooperation bieten die deutschen und tunesischen Hochschulen den libyschen Universitätspartnern Beratung und technische Unterstützung bei der Entwicklung und praktischen Umsetzung wirksamer Digitalisierungsstrategien zur Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs in Krisensituationen an.

Durch diese Partnerschaft haben wir libyschen Universitäten dabei geholfen, Verbindungen mit deutschen Partnern herzustellen, um Fachwissen und Erfahrungen in vielen Bereichen auszutauschen. Ich glaube, dass diese Partnerschaft das Bildungssystem in Libyen definitiv voranbringen und eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Libyen und Deutschland begründen wird.

  1. Im März 2021 hatten Sie die Idee, eine erste hybride Info-Veranstaltung gemeinsam mit der DAAD-Außenstelle Tunis an einer libyschen Hochschule anzubieten. Was waren die Beweggründe eine solche Veranstaltung zu organisieren und wie war das Feedback der Teilnehmenden?

Wie Sie wissen, ist die Außenstelle Tunis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) seit 2015 in Libyen aktiv und arbeitet von Tunis aus eng mit libyschen Hochschulen zusammen. Trotzdem kennen zahlreiche libysche Studierende und Akademiker den DAAD und seine Programmarbeit nicht. So kam ich auf die Idee diese Veranstaltung zu organisieren, um die Stipendienmöglichkeiten des DAAD bekannter zu machen.

Bisher haben sich nur wenige libysche Forscher und Studenten für DAAD-Stipendien beworben. Ich glaube jedoch, dass durch solche hybriden Informationsveranstaltungen die Bekanntheit dieser Stipendien in Libyen zunehmen wird.

Die meisten Teilnehmer waren mit der Veranstaltung zufrieden. Es war das erste Mal, dass sie mehr über solche Stipendienmöglichkeiten erfahren haben. Viele dachten, dass alle Studienprogramme an deutschen Hochschulen ausschließlich auf Deutsch unterrichtet werden. Durch die Diskussion nach der Info-Sitzung wurde deutlich, dass die Teilnehmenden begeistert und motiviert waren und die Möglichkeit eines DAAD-Stipendiums eine interessante Option für zukünftige Studienpläne ist.

  1. Was planen Sie im Bereich der internationalen Kooperation für die nächsten Monate?

Ich plane in Zusammenarbeit mit dem DAAD zwei hybride Informationsveranstaltungen durchzuführen: eine an der Sebha Universität und eine an der Sabratha Universität. Ich werde auch gemeinsame Aktivitäten deutscher und libyscher Universitäten im Bereich Digitalisierung und Geografie koordinieren.

Die DAAD-Außenstelle Tunis bietet am 26.05.2021 eine Informationsveranstaltung zum Thema Studieren und Forschen in Deutschland an. Teilnehmen können auch alle libyschen Studierenden und Akademiker*innen, die mehr über den Studien- und Forschungsstandort Deutschland erfahren möchten.

Nähere Informationen und Anmeldelink (Englisch): Online Seminar for Libyan Students