Hochschulsommerkurse in Deutschland

Der DAAD bietet jedes Jahr Sommerkurse an deutschen Hochschulen an. Bewerben können sich Studierende aus allen Fachbereichen mit mindestens A2 Niveau.

Die Ausschreibung für die Hochschulsommerkursstipendien 2022 ist jetzt offen. Die Bewerbungsfrist endet am 1. Dezember 2021. Nähere Informationen sind hier zu finden: www.funding-guide.de.

Lesen Sie nachfolgend ein Interview mit einer Stipendiatin, die von ihrer Erfahrung berichtet:

Name : Manel Mama

Hochschule : Universität Algier 2

Fachbereich : Medizin

 

1.       Warum haben Sie sich für das Stipendienprogramm „Hochschulsommerkurse“ beworben?

Ich habe durch reinen Zufall von diesem Programm erfahren: Ein Freund hat mir eine Facebook-Nachricht geschickt. Damals hatte ich begonnen Deutsch zu lernen, ich hatte nach fast einem Jahr das Niveau A2 erlangt, weIches notwendig ist, um sich für das Stipendium zu bewerben.  Ich war neugierig und wollte mehr darüber erfahren. So kam es, dass ich einige Tage später an einer Informationsveranstaltung teilnahm, die der DAAD Lektor in Algier anbot.  Am Ende der Präsentation hatte ich keine Zweifel: es war genau das, was zu mir passte, es war genau die Erfahrung, die mir gefehlt hat. Eine großartige Gelegenheit, die deutsche Sprache anzuwenden:  Deutsch denken, Deutsch sprechen und Deutsch leben.  Ich habe mich im Dezember 2019 beworben und lange davon geträumt, bis ich im März 2020 eine E-Mail erhielt, in der mir mitgeteilt wurde, dass aufgrund der globalen Pandemie alles abgesagt wurde.Es war sicherlich eine große Enttäuschung, aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. Ein Jahr später, und mit einem B2-Niveau in der Tasche, versuchte ich noch einmal mein Glück und es hat tatsächlich geklappt. Es war nicht der Sprachaufenthalt in Deutschland, den ich mir vorgestellt hatte, sondern ein virtueller Aufenthalt, der es mir ermöglichte, einen Deutschkurs für Mediziner zu machen.

2.       Was lief gut, was lief weniger gut? Ich war angenehm überrascht vom reibungslosen Ablauf der Online-Kurse und konnte auch zwei Fakten über die Deutschen bestätigen, insbesondere die Organisation und Pünktlichkeit.Alles war gut geplant, mit nur einem Klick hatten wir Zugriff auf das für den jeweiligen Tag gewidmete Unterrichtsmaterial. Die Zeitpläne wurden eingehalten und die Ziele wurden am Ende jeder Sitzung erreicht.Mir wäre es natürlich trotzdem lieber gewesen, dass die Kurse vor Ort stattfinden, mir mehrfache Internetausfälle erspart geblieben wären, ich die Möglichkeit hätte, direkt mit allen Teilnehmern zu interagieren und ich mich außerhalb der Kurse von einer deutschen Umgebung umgeben hätte.Ein Bildschirm kann den menschlichen Kontakt in keinster Weise ersetzen.

3.       Was hat dieser Kurs Ihnen gebracht (neben dem Spracherwerb)?

Dank der Einheiten im Bereich Landeskunde konnte ich mir eine Meinung zur deutschen Geschichte und Kultur sowie zum Leben in Deutschland bilden.Darüber hinaus haben wir verschiedene Aspekte der Gesundheitspolitik und des Gesundheitssystems in Deutschland diskutiert, die ich als angehende Ärztin besonders interessant finde. Die Phonetik-Einheiten brachten mir die Grundlagen der deutschen Aussprache näher, ein sehr wichtiger Bereich, der aber beim Erlernen einer Sprache oft unterschätzt wird. Schließlich konnte ich Kontakte zu den Kursteilnehmern knüpfen, die aus allen Ecken der Welt kommen, um Kultur und Wissen auszutauschen und gegenseitige Hilfe zu leisten. Ich bin der festen Überzeugung, dass man immer von jedem Einzelnen etwas lernen kann.

4.       Haben Sie Empfehlungen für zukünftige Stipendiatinnen und Stipendiaten?

Zögert nicht, euch für die Stipendienprogramme zu bewerben, die euch ansprechen, und nutzt jede Gelegenheit, die sich euch bietet. Das Motivationsschreiben sollte sorgfältig vorbereitet und die eigenen Stäken hervorgehoben werden. Glaubt an euch und legt los! Heute bin ich dran, morgen vielleicht du!