Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung

Der DAAD fördert auch in diesem Jahr im Kontext der BMZ-Sonderinitiative „Ausbildung und Beschäftigung“ Masterstudien für Fachkräfte aus Tunesien, Marokko und weiteren afrikanischen Ländern.

Die Stipendien bieten afrikanischen Graduierten mit einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung die Möglichkeit, an einer deutschen Hochschule ein Aufbau- oder Masterstudium zu absolvieren und in Deutschland einen Hochschulabschluss zu erwerben.

Souha Sayhi ist eine tunesische Stipendiatin, die uns von ihrer Erfahrung berichtet:

Name: Souha Sayhi

Heimathochschule: Ecole Nationale des Sciences et Technologies Avancées – Borj Cédria

Hochschule in Deutschland: Technische Hochschule Köln (TH Köln)

Fachbereich: Energiesysteme und Umweltfreundliche Technologien

Besondere Interessen: Expertise im Management erneuerbarer Energien und Energieeffizienz von Gebäuden

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Stipendium! Können Sie unseren Lesern berichten, wie Sie das Programm entdeckt und sich für die Bewerbung vorbereitet haben?

Über die Facebook-Seite der DAAD Außenstelle Tunis bin ich auf die Ausschreibung für dieses Stipendienprogramm aufmerksam geworden. Es hat mich sehr gereizt, dass das Programm meine fachlichen Vorstellungen voll erfüllt.

Zuerst habe ich die Bedingungen aufmerksam gelesen. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich diese erfülle, habe ich die Ausschreibung noch einmal sorgfältig durchgelesen, um die einzelnen Schritte, die erforderlichen Dokumente sowie die Kriterien für die Auswahl der Ausschreibung vorzubereiten. So habe ich mir aus dem Studienprogramm alles notiert, was ich bei der Vorbereitung der Bewerbung benötigte. Zahlreiche Fragen sind bei der Vorbereitung aufgekommen, in diesem Fall habe ich mich sowohl an die DAAD Außenstelle Tunis als auch an die Universität gewandt. Für die Bewerbung sind die wichtigsten Dokumente der Lebenslauf, das Motivationsschreiben und die Vorstellung der Forschungsidee.

Den Lebenslauf habe ich so geschrieben, dass er sowohl den Auswahlkriterien als auch den Erwartungen des Programms entspricht. Beim Anschreiben habe ich unter anderem darauf geachtet, dass ich meine Stärken hervorhebe.

  1. Sie sind nun seit einigen Wochen in Deutschland. Wie war die Eingewöhnungsphase und was haben Sie als besonders herausfordernd empfunden?

Ich bin nun seit zwei Monaten in Deutschland und insgesamt war der Einstieg angenehm. Die Universität bringt uns vom ersten Tag an mit anderen Studierenden in Kontakt. Sie haben uns zum Beispiel vom Bahnhof zu unserer Unterkunft begleitet und uns bei den ersten administrativen alltäglichen Schritten begleitet. Das hat mir gefallen, weil es meiner Meinung nach die Integration beschleunigt. Ich konnte relativ schnell Freundschaften schließen und mein Netzwerk erweitern. Es gab mehrere Integrationsveranstaltungen, um unsere Kommilitonen kennenzulernen und damit wir uns vor allem zu Beginn nicht einsam und fremd fühlen.

Im Studium versuche ich mich an das neue Bildungssystem, das vor allem aus Projekten und Teamarbeit besteht, zu gewöhnen. Die deutsche Sprache war anfangs auch eine Herausforderung, da ich mich erst in den Rhythmus einfinden musste.

Vieles ist für mich neu, wie zum Beispiel die Funktionsweise des Nahverkehrs, und man braucht ein bisschen, um damit zurecht zu kommen. Aber es ist alles eine Frage der Zeit!

  1. Das DAAD Stipendium zielt vor allem darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit junger tunesischer Absolventen zu verbessern. Welche Vorteile hat das Studium für Sie ganz persönlich in dieser Hinsicht?

Das Studium „Management erneuerbarer Energien“ stärkt meine bereits zuvor erworbenen akademischen und beruflichen Fähigkeiten vor allem durch das projektbezogene Lernen. So können bestehende Fähigkeiten gefestigt und neue erworben werden.

Die Teilnahme an einem internationalen Programm mit Kommilitonen aus verschiedenen Teilen der Welt ist eine Chance, ein internationales Netzwerk zu schaffen und Erfahrungen auszutauschen.

Dieses Programm bereitet mich gut darauf vor, eine Tätigkeit zu ergreifen, die wirksam auf die Anforderungen und Erwartungen potenzieller Arbeitgeber ausgerichtet ist. Langfristig möchte ich auch für andere Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, indem ich mein eigenes Projekt realisiere.