Porträt des Monats Januar 2023

Die DAAD-Außenstelle Tunis empfing im September 2022 erneut einen kulturweit-Freiwilligen aus Deutschland. Das internationale Bildungsprogramm der Deutschen UNESCO-Kommission, gefördert mit Mitteln des Auswärtigen Amts, ermöglicht jungen Erwachsenen von 18-26 Jahren einen 6- oder 12-monatigen Freiwilligendienst in einer Partnerorganisation von kulturweit zu absolvieren.
© DAAD Tunis/privat

Die Partnereinrichtungen des Programms sind weltweit zu finden und umfassen neben dem DAAD zum Beispiel auch Goethe-Institute. Farid Amrouche, 23 Jahre alt, begann im September seinen kulturweit-Freiwilligendienst nach seinem Bachelorabschluss in Tunesien. Wir haben ihn zu seiner Zeit bei der DAAD-Außenstelle Tunis befragt:

  1. Der Freiwilligendienst soll eine Win-Win-Situation darstellen – für Freiwillige, aber auch für die Einsatzstelle, in dem Fall die DAAD-Außenstelle Tunis. Wie kann das gelingen?

Der kulturweit-Freiwilligendienst bietet jungen Menschen die Möglichkeit sich aktiv bei einer Partnerorganisation des Programms einzubringen und gleichzeitig für einen längeren Zeitraum im Ausland zu leben. Dabei können kulturweit-Freiwillige neue Kenntnisse im Bereich Sprache und Kultur erwerben und ebenso wichtige (erste) Berufserfahrungen sammeln. Der Aufenthalt im Gastland wird durch Aktivitäten von kulturweit ergänzt. Alle Freiwilligen müssen an drei Seminaren teilnehmen und einen Sprachkurs in einer Sprache des Gastlandes absolvieren. Den Einsatzstellen werden mittels eines längeren Bewerbungsprozesses passende Freiwillige vorgeschlagen, der sowohl auf die Wünsche der Einsatzstelle als auch die der Bewerber*innen Rücksicht nimmt.

Fast alle Einsatzstellen arbeiten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, die sich in einem ähnlichen Alter wie kulturweit-Freiwillige befinden. Das führt zunächst dazu, dass Freiwillige schnell Kontakte mit Gleichaltrigen knüpfen und somit Zugang zum Gastland bekommen. Gleichzeitig profitieren die Einsatzstellen von relevanten praktischen Erfahrungen, die kulturweit-Freiwillige mitbringen. Während meines Freiwilligendienstes begleite ich zum Beispiel die wöchentliche Stipendien- und Studienberatung in der DAAD-Außenstelle Tunis. Da ich vor kurzem meinen Bachelor in Sozialwissenschaften abgeschlossen habe und aktuell im Master Politikwissenschaft an der Universität zu Köln eingeschrieben bin, kann ich in der Beratung und bei anderen Begegnungen mit Studierenden aus dem Maghreb, von Erfahrungen meines Universitätslebens in Deutschland erzählen. Dabei berichte ich zu Themen wie Wohnsituation, Lebenshaltungskosten und Unterschieden zwischen Stadt und Land.

  1. Wie steht es um deine Aufgaben und Verantwortungen an dich als Freiwilliger/Praktikant?

Mein Tätigkeitsbereich bei der DAAD-Außenstelle Tunis spielt sich hauptsächlich im zentral gelegenen Büro in einer Seitenstraße der Avenue Habib Bourguiba ab. Dort erstelle ich unter anderem Kommunikationsmaterialien für die Webseite und für Social-Media-Kanäle, entwerfe Präsentationen und übernehme diverse Rechercheaufgaben. Regelmäßig stattfindende Events finde ich besonders spannend, da dort interessante Menschen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen und ich dabei die Möglichkeit habe, neue Kontakte zu knüpfen und mich zu verschiedenen Themen weiterzubilden.

Ein besonderes Highlight meines bisherigen Aufenthalts war die „Maghreb-Akademie“, die am Anfang meines Freiwilligendienstes stattfand. Bei der einwöchigen Veranstaltung lud die DAAD-Außenstelle Tunis junge Studierende aus Marokko, Algerien und Tunesien mit Germanistik-Bezug nach Tunis ein, um gemeinsam am Thema „Abfallvermeidung“ zu arbeiten und dabei die Deutschkenntnisse der Studierenden zu fördern. Neben Workshops, Exkursionen und Gruppenarbeiten, wurden Expert*innen zum Thema Abfallvermeidung eingeladen, die inhaltlichen Input zur Situation im Maghreb gaben. Meine Aufgabe war die organisatorische Begleitung der Veranstaltung, bei der ich neue Kontakte knüpfen und neues Wissen erwerben konnte. Für mich war die Maghreb-Akademie ein gelungener Einstieg in meinen Freiwilligendienst.

  1. Was nimmst du für dich persönlich aus dem Freiwilligendienst mit?

Der Freiwilligendienst ermöglicht mir die Arbeit des DAAD aus der Perspektive einer Außenstelle kennenzulernen und in deren Tagesgeschäft involviert zu sein. Dabei erhalte ich Einblicke zu Themen im Bereich der internationalen Hochschulkooperation und lerne verschiedene Hochschullandschaften des Maghrebs kennen. Das internationale Umfeld, in dem sich die DAAD-Außenstelle Tunis bewegt, sei es durch Wissenschaftskooperationen mit verschiedenen Universitäten, Stipendienauswahlen von Studierenden oder Synergien mit anderen internationalen Organisationen, hat mir erneut bestätigt, dass ich mich auch zukünftig akademisch sowie beruflich mit internationalen Themen beschäftigen möchte. Durch mein Umfeld in Tunesien baue ich zudem meine Arabisch- und Französischkenntnisse aus, wobei mir meine Kolleginnen im Büro tagtäglich helfen. Die sind nämlich alle sprachlich sehr talentiert und fließend in den vier Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch.

Darüber hinaus bietet Tunis als Standort eine Vielfalt an Möglichkeiten an verschiedenen kulturellen Angeboten und Events teilzunehmen. Regelmäßig stattfindende Festivals, die oftmals international ausgerichtet sind, empfangen Kunstschaffende und Musiker*innen aus aller Welt. Viele Veranstaltungen versuchen zudem auf Popkulturen des Globalen Südens aufmerksam zu machen, um den eurozentristischen Mainstream mit anderen Perspektiven zu ergänzen. Zum Beispiel gibt es das jährlich stattfindende Carthage Film Festival, welches sich für afrikanische, asiatische und lateinamerikanische Filmschaffende engagiert.

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Kontakt

  • DAAD-Außenstelle Tunis

    14, rue du 18 janvier 1952 1000 Tunis (Centreville) Telefon: +216 71 240 833
    Telefax: +216 70 201340
    E-Mail: infodaad.tn
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